Antje spielt. Die andere träumt. Beide arbeiten in einer Fleischerei.
Sie zerteilen Schweinehälften, belegen lustige Sandwiches und kommen sich näher. Die eine wartet auf den großen Gewinn am Spielautomaten. Die andere spricht mit ihrem ungeborenen Kind. Über allem hängt der Mond.
Mit skurrilem Humor und großer Zärtlichkeit erzählt faulender Mond von zwei Frauen, die vom Leben an den Rand gedrängt wurden und trotzdem nicht aufhören, an ein besseres Morgen zu glauben. Hinter den komischen Dialogen steckt eine Geschichte über Einsamkeit und Freundschaft. Und darüber, wie eine Partei Menschen in schwierigen Lebenslagen mit einfachen Antworten und großen Versprechen für sich gewinnt.
Die Schweizer Autorin Anaïs Clerc gehört zu den spannendsten jungen Autorinnen der deutschsprachigen Theaterwelt. Mit großer Leichtigkeit verbindet sie Humor und Melancholie, Poesie und Politik und erzählt von Menschen, die sonst selten im Mittelpunkt stehen. Regie führt die Theatermacherin Julia Jenewein. Die Künstlerin AliPaloma schafft einen Raum zwischen Fleischerei und Raumschiff. Die Musikerin und Klangkünstlerin Natyra Elezi entwickelt den Sound des Abends live. Es spielen (und singen) Brigitte Knapp und Viktoria Obermarzoner.
„'faulender Mond' bringt die Fragilität zweier starker Figuren facettenreich auf die Bühne und steht noch bis zum 17. Oktober auf dem Spielplan der Dekadenz.“
— Johanna Bampi, Brixner
„Hier zeigt sich die schauspielerische Vielseitigkeit der beiden Akteurinnen.“ – Georg Aichner, Dolomiten
„Im Zentrum des Stücks stehen trotz seiner politischen und gesellschaftskritischen Themen die berührenden Schicksale der zwei Frauen, die Brigitte Knapp und Viktoria Obermarzoner mit viel Gespür darstellen.“ – Johanna Bampi, Brixner
„Im Falle von 'Faulender Mond', einer Eigenproduktion der Dekadenz (Regie: Julia Jenewein), spielt Ali Paloma aber so wunderbar mit Requisiten, dass man über dem Staunen darüber manchmal vergisst, dem Stück zu folgen.“ – Alexandra Kienzl, ff
„Die Lust am Spielerischen, Poetischen findet sich auch im Stück der Schweizer Autorin Anaïs Clerc wieder, das eigentlich Alltägliches erzählt:“ – Alexandra Kienzl, ff
„Dass die stumme Mondfigur, welche die gesamte Handlung als lächelnde Alles-wird-gut-Allegorie begleitet, nach all den Molltönen für den letzten Akkord ins Dur wechselt, ist so subtil gesetzt, dass dieser Akkord alles vorherige Laute auf sehr angenehme Weise übertönt.“ – Georg Aichner, Dolomiten
Theaterstück von Anaïs Clerc
Regie: Julia Jenewein
Schauspiel: Brigitte Knapp und Viktoria Obermarzoner
Komposition und Live-Vertonung: Natyrë Elezi
Ausstattung: AliPaloma
Regieassistenz: Michaela Zetzlmann
Ausstattungsassistenz: Adele Buffa
Lichtdesign: Werner Lanz
Pressefoto: FREIUNDZEIT
Live-Fotos: FlipFlop Collective