ZeLT - Europäisches Zentrum für Literatur und Übersetzung präsentiert
Aus der Zeit fallen – und ganz in ihr sein mit Rosalyn D’Mello und Barbara Walcher
Wie erfahren wir Zeit, wenn Fürsorge zum Taktgeber des Lebens wird? Wenn der Körper nicht mehr nur der eigene ist, wenn ein labiles Gleichgewicht zwischen Schlaf, Versorgung, Erwerbstätigkeit und Hausarbeit zum Alltag wird. Wenn Denken immer wieder unterbrochen wird und gerade in diesen Unterbrechungen eine kreative Gegenwärtigkeit entsteht?
Rosalyn D’Mello beschreibt in „Gestillte Zeit. Mutter- und doch Selbstsein“ die ersten Monate mit ihrem Sohn als eine Zeit jenseits der Linearität: zerstückelt, verdichtet, „gestillt“. Ihr Körper wird zum Ort von Versorgung und Erschöpfung, Nähe und Fremdheit, aber auch von Denken und Schreiben. Im Gespräch mit Barbara Walcher, Therapeutin für Emotionelle Erste Hilfe und bindungsorientierte Begleiterin, treffen literarisches Erleben und neurologisches Wissen aufeinander. Was macht Fürsorge mit unserem Gehirn? Wie verändern Bindung, Berührung und Co-Regulation unser Zeitempfinden? Und was weiß der Körper, bevor wir es in Worte fassen können?
Aus unterschiedlichen Perspektiven fragen wir danach, wie sich ein Leben, ja, das Leben verändert, wenn die Fürsorge im Zentrum steht und wir von dort aus Zeit, Körper, Kreativität und Selbstsein neu denken dürfen?
Who cares – literally? ist eine Veranstaltungsreihe von #ZeLT im Keller, die Literatur zum Ausgangspunkt nimmt, um Care, also die Fürsorge umeinander und die Pflege im weitesten Sinne in ihren unterschiedlichen Dimensionen zu erkunden.