Es war das Jahr 1980. In der kleinen Bischofsstadt Brixen entschlossen sich einige kritische Geister rund um Schauspieler Georg Kaser, dass Südtirol durchaus mehr Kultur vertragen kann als kauende Kühe und bimmelnde Kirchenglocken. Sie gründeten die Gruppe Dekadenz und sorgten mit ersten selbstverfassten Kabaretts für einige Furore – Kabarett war schließlich bislang eine Unbekannte im Lande. Der Brixner Gastwirt Burkhard Stremitzer stellte einen Keller im Stadtteil Stufels zur Verfügung (und tut dies bis heute, kostenlos!), der schrittweise von der Gruppe zum Kleinkunstkeller ausgebaut wurde.
Mit Gastauftritten von KabarettistInnen zunächst aus dem österreichischen und bayerischen Raum sowie Jazzkonzerten erweiterte sich zunehmend der Spielplan. Der Anreiterkeller wurde zum ganzjährig bespielten Aufführungsort, in dem erstmals in Südtirol Kleinkunst und Kabarett aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zu sehen waren.

In den 1990er Jahren folgte die Anerkennung vonseiten der Autonomen Provinz Bozen als eines der vier Städtetheater Südtirols. Zudem erweiterte sich das Gastspiel- und Eigenproduktionsrepertoire in Richtung zeitgenössisches Theater.